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06.08.2026
Wenn Zufall und Spontaneität sich treffen…

Sardinienurlaub – Tom und ich kurven mit dem Mietwagen an der Nordküste entlang, mit dem Ziel Santa Teresa Gallura. Dort soll es laut unserem Reiseführer eine bizarre Felslandschaft geben, die wir uns ansehen wollen. Ich sitze am Steuer und schaue plötzlich an einer unscheinbaren Parkbucht, von der ein Schotterweg abgeht, nach links statt weiter auf die Straße. So erhasche ich einen Sekundenblick durch losestehende Kieferbäume auf azurblaues Wasser.

Oh, sieht toll aus!, denke ich, während ich weiter aufs Gaspedal trete. Doch das Gesehene lässt mich nicht los, Neugier regt sich in mir, ich steige auf die Bremse und wende.
„Was ist los?“, ist Tom irritiert.
„Da muss ich mal gucken, es sah schön aus.“
Zum Glück ist Tom für solche spontanen Aktionen zu haben. Aber was bleibt ihm auch anderes übrig, schließlich sitze ich am Steuer.
Wir gehen durch den schmalen Kieferwaldsaum zum Wasser und treffen auf einen winzigen Strand, an dem sich rechts Felsen erheben. Auf einen von ihnen klettern wir, setzen uns und schauen zur einen Seite die Küste entlang. Ein herrlicher Ausblick!


Dann entdecke ich einen Trampelpfad, der zu anderen Seite weiter über die Felsen führt. Ich frage Tom, ob wir dem etwas folgen wollen. Er nickt und ich freue mich, denn schon als Kind wollte ich immer wissen, was in einer schönen Landschaft wohl noch hinter der nächsten Kuppe, dem nächsten Berg, der nächsten Kurve eines Weges zu sehen ist. Wenn es mir möglich war, hielt mich auch nichts auf, das zu erforschen. Auch klettere ich liebend gern auf Bäume, um noch weiter sehen zu können. Dieses Gen ist also nun wieder mal am Wirken.

Und es lässt uns einen wunderschönen Pfad entlang einer verwilderten, naturbelassenen Küste entdecken. Buchten mit Sandstränden wechseln sich mit rauen Felsabschnitten ab. Alles wird von einem strahlend blauen Himmel und einem azurfarbenen Meer begleitet. Dann geht es wieder durch ein Stück schattenspendenden Kiefernwald mit Grillengezirpe im Ohr.




Aus dem Nichts taucht ein urig aus Holz gestaltetes schlichtes Restaurant auf, auf dessen Dachterrasse wir uns für ein Päuschen niederlassen. Wir schlürfen ein kaltes Getränk und genießen den weiten Blick über die Küste bis zum Horizont.

Tom ahnt sicher schon, dass ich am liebsten wohl noch hinter den Horizont schauen würde. Ein wenig gehen wir ihm auch noch entgegen, doch dann lasse ich mich von Tom losreißen, schließlich müssen wir die ganze Strecke auch wieder zurück.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den zwei bis drei Stunden, die wir unterwegs sind, zu ihm sage: „Ist das schön hier!!!“
Ihm geht es genauso und wir sind sehr glücklich, dass der Zufall und unsere Spontaneität uns diesen wundervollen Teil von Sardinien hat entdecken lassen.
Ich frage sogar den Restaurantbesitzer beim Cappuccino auf dem Rückweg halb ernsthaft, halb scherzhaft, aber in jedem Falle voller Begeisterung, ob er nicht zufällig und spontan eine Arbeitskraft gebrauchen könne. Hier zu arbeiten musste ein Traum sein! Er verneint lächelnd. Na ja, wandere ich eben nicht aus, nicht so schlimm, denn ich werde diesen Ort für immer in meinem Herzen tragen.

Wir fahren schließlich weiter zu unserem eigentlichen Ziel und finden auch dort eine außergewöhnliche Landschaft vor, die uns sehr beeindruckt. Aber ich spüre, das es mich nicht so tief berührt, begeistert und erfüllt, wie unser spontaner Stopp. Mir scheint, dass ein völlig ungeplantes und überraschend schönes Erlebnis, das aus einem zufälligen und spontanen Impuls entsteht, eine ganz andere Qualität hat.

Hast du schon ähnliches erlebt? Lass uns teilhaben :-)
Katja Bode - 20:52 @ Vom Glück im Leben | Kommentar hinzufügen
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