Aus unserem bunten Schriftstellerleben
NEUES, LUSTIGES, ERLEBTES, GEDACHTES
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Karin
Ich finde das Bild, dass man in Büchern richtig - für eine Weile - lebt, total treffend. Manche Bücher haben in mir auch Wohnungen erschaffen, die ich nie wieder verloren habe. Besonders wichtig waren Bücher für mich als Kind - seit ich lesen kann, wartet immer ein Buch an meinem Bett auf mich. Bücher zeigten mir schon immer, wie das Leben auch sein kann (anders als ich es oft empfunden habe), z.B. leicht, fröhlich und voller Sinn.
Aktuell habe ich mit Begeisterung von Juli Zeh „Über Menschen“ gelesen. -
Katja Bode
Liebe Karin, herzlichen Dank für deine Gedanken und Einblicke. Ich lese auch schon seit ich lesen kann, liebend gerne - überall, aber vor dem Einschlafen schön eingekuschelt im Bett finde ich auch herrlich. Mir fällt noch ein, dass ich in manche Bücher auch gar nicht eingezogen bin, sie haben mich nicht groß erreicht. Manche Wohnung passt einfach nicht. Ich tue mich aber sehr schwer damit, solche Bücher nicht zu Ende zu lesen. Ich denke immer, vielleicht kommt ja noch was, was mich packt und quäle mich durch. Wie machst du das? Und was hat dir an Juli Zehs Buch so gut gefallen? Liebe Grüße von Buch zu Buch
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Karin
Ich habe irgendwann beschlossen, dass mir meine Lebenszeit zu wertvoll ist, um mich durch ein Buch zu quälen, das mich nicht in einer angemessenen Zeit für sich einnimmt….
An „Übermenschen“ von Juli Zeh hat mir so gut gefallen, dass es total witzig und lebendig geschrieben ist. Und dass es mich auf sanfte Weise mit einigen Vorurteilen konfrontiert hat, die mir gar nicht so sehr bewusst waren. Es hat mich nachdenklich und vielleicht sogar ein bisschen verändert zurück gelassen.
Mit ihrem Buch „Unterleuten“ (ziemlich dick) ging es mir ganz anders. Da hat mich irgendwann genervt, wer (von ziemlich vielen Personen) mit wem welche Konflikte hat….Also bin ich vorzeitig „ausgezogen“. -
Katja Bode
Liebe Karin, da ist was dran, nicht die Lebenszeit zu vergeuden mit etwas, was einen gar nicht abholt, zumal auch noch in meiner Freizeit. Der Gedanke hilft mir vielleicht in der Zukunft, aber beim Hineinspüren fällt mir bei mir sehr auf, dass es mir irgendwie total leidtut, vielleicht, weil ich als Schriftstellerin weiß, wieviel Arbeit und Herzblut in einem Buch stecken. Rational weiß ich, dass nicht jedem jedes Buch gefallen kann, aber emotional tue ich mich da echt schwer. Das werde ich mir mal noch näher anschauen.
Sehr interessant, das dich das eine Buch der gleichen Schriftstellerin so packt und das andere gar nicht. Sicher hat es auch immer viel damit zu tun, was einen selbst gerade interessiert oder beschäftigt. Oder wie es eben aufbereitet ist. Ein lebendiger und witziger Stil ist natürlich immer klasse.

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